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Ersten Weltkrieg

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Thematische Ausstellungen

2014
Nieuwpoort Oktober 1914. Hier begann die Westfront.

Nieuwpoort, Stadt am Wasser. Ende Oktober 1914 stellte diese Aussage mehr als je zuvor das richtige Motto dar. Damals hat sich das Unwahrscheinliche bewahrheitet: einem Team von zwei Bürgern und etwa zehn belgischen Soldaten gelang es, dem deutschen Aufmarsch nach den französischen Nordseehäfen in die Quere zu kommen, indem die Deutschen im flämischen Sumpf stecken blieben. Mit einem komplexen und schlauen Eingriff in den Wasserhaushalt des Westhoek konnten sie in drei Tagen einen Teil der Ijzer-Ebene überfluten lassen und das vier Jahre lang. Anstatt Waffen erzielte man Erfolg mit Einfallsreichtum und Mut, mit dem Wasser als Bundesgenossen.
Der Ausgangspunkt der Westfront. Die zwei Streitkräfte gruben sich sofort ein, mit dem Wasser der Überflutung als Niemandsland: der Weltkrieg wurde ein Stellungskrieg und Nieuwpoort die erste belgische Frontstadt. Und die Bürger wurden vertrieben. In den vier Kriegsjahren werden zwischen dem gegenwärtigen Nieuwpoort an der Nordsee und Pfetterhouse an der französisch-schweizerischen Grenze 40.000 km lange Laufgräben ausgegraben. Der Anfang befand sich also hier und wandelt Nieuwpoort somit in einen symbolischen Ort in der modernen Geschichte, ein neues Waterloo, um.

2015
Les demoiselles de Nieuport. Lady Dorothie Feilding und Ihre Fusiliers Marins.

Les demoiselles de Nieuport. Das sind junge, schelmische französische Marinesoldaten - Bretonen eigentlich – die nach Nieuwpoort kamen, um diese Stadt zu verteidigen. Sie ähneln sich männlichen Mannequins mit ihren offenen Kragen und gestreiften Pullis und mit einer großen roten Troddel auf ihrer Matrosenmütze. Aber irren Sie sich nicht: sie hatten bei Melle, Diksmuide und Steenstrate gezeigt, dass sie Gegenständer waren, die man fürchten sollte.
Ebenso unglaublich war ihre englische Sanitäterin: Lady Dorothie Feilding. Eine Frau an der Front? Und Sie trug ein Fotogerät! Noch nie zuvor geschehen. Aber sie blieb für drei lange Jahre in Nieuwpoort, St.-Joris und Ramskapelle, wo sie Granatenangriffen trotzte und Verletzte wegschleppte und nebenbei die Anerkennung von Soldaten, Generälen und Königen bekam. Wahrlich: so gibt es nicht viele. Diese Ausstellung schließt am 15. Juni 2016.

2016
Die Kunst des Erinnerns. Der Keller der Maler in Nieuwpoort 1916-1918.

Die Kunst des Erinnerns kann man in Nieuwpoort wörtlich nehmen. Heutzutage ist Kunst in dieser Stadt prominent anwesend, aber bereits 1916 gab es sie schon, obwohl unterirdisch. Damals versteckte sich eine Gruppe bildender Künstler der belgischen Armee im Luftschutzkeller in Nieuwpoort. Sie wohnten dort nicht, um die Kanonen mit Tarnfarben zu versehen, sondern, um die Folgen des Kriegs zu malen. Bekannte Namen gibt es unter diesen Künstlern: Bastien, Huygens, Lynen, Wagemans. Sie setzten das Leben und den Tod an der Front in Gemälde um und unverhofft hat Ihre Arbeit Lebenskraft und Flair in die Stadt Nieuwpoort gepumpt.

Die Ausstellung lauft ab 25. Juni 2016.


2017
Pferd & König

Master, Majestic, Funchal, Miss und Ténériffe. Das waren die Namen der fünf Pferde von König Albert I. Auf einem dieser Pferde kam er im Oktober 1914 in Nieuwpoort-Bad an. Ein anderer, mit dem stolzen Kopf eines Schachfigurs, wurde in Nieuwpoort in einer bronzenen Reiterstatue verewigt. Eine Statue von einem widerspenstigen und visionären Monarchen. Dieser Aspekt spiegelt sich deutlich im Bild wider.
Im Jahr 1917 waren Autos, Lastwagen und Flugzeuge wichtiger als das Pferd, das nur als Lasttier an der Front starb. König Albert I. machte ein Pferdeporträt seiner Pferde und reservierte sie für die Befreiungsfeierlichkeiten des folgenden Jahres. Er erschien auf der Yser zu Pferde, aber im Jahr 1918 verließ er De Panne mit dem Auto, nachdem er seine Soldaten im befreiten Gebiet mit dem Flugzeug begrüßt hatte.

Die Ausstellung Pferd & König lauft bis zum 17. Juni, 2018 .
 

2018
Architektur und Krieg. Wiederaufbau einer Stadt und der ländlichen Gebiete.

Architektur und Krieg oder Schaffen und Vernichten sind völlig entgegengesetzte Begriffe. Oder? Ihre Dynamik ergibt sich aus der Verbindung zu einander: dasjenige was nicht für Renovation in Betracht kommt, muss wieder aufgebaut werden. Oder darf es etwas ganz neues werden? Arras, Ieper, Diksmuide und Nieuwpoort haben ihren historischen Status als nördliche Städte an der Front teuer bezahlt. Die Vernichtung war fast komplett; auch der umgebenden ländlichen Gebiete, der Dörfer und Bauernhöfe. Und dann reden wir noch nicht über die Folgen der Überflutung mit Brackwasser. Hundert Jahre später ist noch kaum etwas davon zu sehen. Dank der Bewohner und der Architektur.
Der Frontlinienstatus hat ab 1919 eine neue Art Tourismus herangezogen. Für Nieuwpoort war der amerikanische Präsident Wilson der bemerkenswerteste Besucher. Ein Jahrhundert später sind authentische Beispiele der Kriegsarchitektur wie die Bunker in Ramskapelle und die letzten Zeugen, wie das Bommenvrij und die Duvetorre, geschützte Monumente. Es ist gut, an dasjenige erinnert zu werden, was am besten nie vergessen werden sollte.